Saftfasten - Frühling 2017 - Erfahrungsbericht

Saftfasten – Frühling 2017 – Erfahrungsbericht

Saftfasten – Frühling 2017 – Erfahrungsbericht

Hier bekommt ihr meinen Erfahrungsbericht über mein zweites Saftfasten

Fastenstart

Morgen geht’s endlich los.

In den letzten Tagen wurde alles aufgebraucht, was man nicht entsaften kann. Die letzte Fuhre Sprossen wurde vertilgt, der Entsafter steht bereit. Morgen, Aschermittwoch der 01.03.2017, beginnt die Fastenzeit.

Ich freue mich schon tierisch, denn ich hab das Gefühl es wird mir gut tun. Nachdem ich das letzte Saftfasten als derart positiv empfand, möchte ich es gerne wiederholen. In den letzten Monaten habe ich immer wieder einzelne Saftfastentage eingelegt und die eine oder andere Mahlzeit durch einen Saft ersetzt. Doch jetzt ist es wieder mal an der Zeit ein längeres Fasten allein mit Säften zu begehen.

Ich fühle mich nach meiner Grippe noch nicht wieder fit, konnte mein Training noch nicht wieder richtig aufnehmen und möchte meinem Körper bei der Heilung unterstützen. Als Zeitpunkt für solch eine Kur eignet sich die kirchliche Fastenzeit natürlich hervorragend. Einige Menschen aus meinem näheren Umfeld werden gewisse Dinge oder Lebensmittel fasten und so ist man nicht alleine mit seinem Verzicht. Ich werde in den nächsten Tagen möglichst oft berichten, wie es mir damit geht. Die Dauer meines diesjährigen Fastens lege ich noch nicht fest. Ich möchte das instinktiv entscheiden, aber eine Woche wird es nicht unterschreiten.


Update Fastentag 4

Ganz klassisch, am Aschermittwoch, habe ich meine Saftfastenkur begonnen.

An diesem Tag habe ich hauptsächlich nur Wasser getrunken, lediglich abends einen kleinen Karottensaft. Ich hatte noch nicht das Gefühl mehr zu benötigen. Die Speicher und Reserven waren noch alle gefüllt. Hunger hatte ich keinen, aber ich merkte im Laufe des Tages schon eine deutliche Entschleunigung meiner Gedanken und meines Verhaltens. Das ist ein Aspekt, den ich am Fasten so sehr schätze.

Es gibt mir die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen, in meinem Körper und in meinem Kopf.

Für gewöhnlich schwirren unentwegt Rezepte und Zutaten durch meinen Kopf, denn ich liebe es Speisen zuzubereiten und neue Köstlichkeiten zu entwickeln. Ich genieße es für andere zu „Kochen“, das erfüllt mich mit Freude. Eine bewusste Auszeit von diesem Thema zu nehmen, ist einerseits schwer. Andererseits gibt es mir mehr Platz in meinen Gedanken zur Verarbeitung von Emotionen und Erlebnissen.

Am 1. Und 3. Fastentag habe ich einen Einlauf gemacht, den ich als sehr wohltuend und befreiend empfand. Ebenso hatte ich Lust auf heiße Wannenbäder und ich gehe sehr früh schlafen. Ich spüre richtig, wie mein Körper die Gelegenheit nutzt um Altlasten loszuwerden.

Donnerstag und Freitagmorgen war ich sehr verschleimt und hatte einen unangenehmen, weißen Belag auf der Zunge. Beides verschwand im Laufe des Vormittages. Meinem Hals geht es mittlerweile wieder prima. Am Donnerstag habe ich unheimlich viel eingelagertes Wasser verloren, ich fühlte mich gleich leichter und geschmeidiger. Von Kopfschmerzen oder anderen Entgiftungssymptomen wurde ich bisher völlig verschont.

Kleine Hungermomente bekomme ich dennoch öfter.

Ich merke aber sofort, dass sie von emotional und gesellschaftlich verknüpfter Nahrungsaufnahme herrühren und nicht mit realem Hunger. Sobald ich mir bewusst mache in welcher Situation ich mich befinde, verschwindet das Gefühl.

Wir sollten generell nicht zu festen Uhrzeiten essen, sondern wenn unser Körper wirklich das Bedürfnis nach Nahrung hat. Nach dem Fastenbrechen, so habe ich mir vorgenommen, möchte ich wieder mehr auf diesen Aspekt achten. Bisher ist es mir noch nicht gelungen die Verknüpfung von Belohnung durch Essen zu lösen. Auch ein Punkt, an dem ich noch arbeiten muss. Was jahrelang antrainiert wurde, braucht Zeit um wieder gelöst zu werden.

Ich habe mich entschlossen 10 Tage zu fasten. Am Samstag, den 11.03. werde ich somit mein Fasten brechen. Eine volle Woche möchte ich noch meinem Körper und meinem Geist gönnen. Ich genieße es in vollen Zügen.

Ich entsafte momentan: Karotten, Wirsing, Pak Choi, Topinambur, Grünkohl, Zitrone, Orange, Apfel


Update Fastentag 7

Eine volle Woche meiner Saftfastenzeit ist rum und ich bin immer noch voll motiviert.

Ich fühle mich einfach wunderbar. Es ist wirklich schwer zu beschreiben. Diesen Zustand habe ich die letzten Male nicht erlebt. Ich fühle mich ruhig und gelassen, völlig entspannt. Ich ruhe wie ein Stein in meinem Inneren und genieße die Verbundenheit mit meinem Körper. Der ganze Alltagsstress kann mir gerade gar nichts anhaben.

Ich ruhe mich aus, nehme mir bewusst Zeit für mich und bin auch mal ganz still. Es fühlt sich an, als sei auch mein Kopf im „Urlaubsmodus“. Ich bin friedlich und hochempathisch. Meine eigenen Emotionen liegen ganz nah unter der Oberfläche, ich kann gerade sehr viel verarbeiten.

Das Fasten läuft wirklich noch besser, als erwartet.

Ich habe mich schon sehr auf diese Zeit gefreut, da mir mein Fasten im letzten Jahr schon so viel Positives gegeben hat. Dieses Mal fühle ich mich noch viel besser. Die ersten Tage hatte ich weiterhin mein Sportprogramm durchgezogen, seit dem 5. Tag pausiere ich. Mir fehlt für derartige Anstrengungen gerade die Lust und die Energie, aber das empfinde ich nicht als schlimm. Eine Woche pausieren während des Fastens ist wohl genehmigt.

Ich kann allen meinen alltäglichen Aufgaben wie Arbeit, Kinder, Haushalt, gesellschaftliche Anlässe, Ausflüge und Sonstiges locker nachgehen, aber ich tue es ruhiger und gelassener. Für gewöhnlich bin ich ein dauerbrabbelnder Energieball, dessen To-Do-Liste im Kopf von früh bis spät für Beschäftigung sorgt. Mir fällt es für gewöhnlich schwer, einfach mal abzuschalten oder eine Pause zu machen. Das schlechte Gewissen, angesichts der noch zu erledigenden Dinge, sitzt mir sonst immer im Nacken.

Es ist so wohltuend mal aus diesem Hamsterrad auszubrechen und einfach zu Leben, zu Sein und zu Fühlen.

Schlafen kann ich auch gerade wie ein Baby. Im Moment falle ich gegen 21:00 Uhr in einen komatösen Schlaf und erwache um 05:30 frisch und ausgeruht. So sollte es sein.

Ich gehe glücklich, gelassen und freudvoll in die letzten 3 Tage meines Fastens.


10. Fastentag und Fazit

Da sind wir schon am 10. Und letzten Fastentag meiner diesmaligen Kur. Ich komme gerade vom Einkaufen und freue mich schon tierisch die ganzen Köstlichkeiten verspeisen zu können.

Mein Mund sehnt sich danach, wieder etwas zu kauen. Besondere Lust habe ich auf den buttrigen Geschmack von Salat, das Grün der Wildkräuter und die knackige Konsistenz eines Apfels. Gar keine Lust habe ich erstaunlicherweise auf Nüsse, Fette, Salz und Algen.

Ich werde meine erste Mahlzeit nach der 10-tägigen Fastenzeit mit einem Apfel begehen, mittags wird es geraspelte Karotten, Gurke und Kohlrabi geben und abends wahrscheinlich grünen Salat mit Tomaten, vielleicht in einem Leinsaamen-Wrap. Ja, die Fantasie mir Mahlzeiten vorzustellen habe ich nicht verloren. Ich freue mich auch schon die ganzen Rezepte, die ich in den letzten Tagen aus den Weiten des Netzes rausgeschrieben habe, zu testen und mit Euch zu teilen. Ich werde mich an rohköstlichen „Onion-Rings“ versuchen und ein Rezept für roh-vegane Pfannkuchen liegt auch schon auf dem Stapel.

Körperlich fühle ich mich nach wie vor pudelwohl.

Sogar besser, als beim letzten Update am 5. Fastentag. Ich habe sogar angefangen wieder leichten Sport zu machen, mein Körper hat sich anscheinend gerade richtig „eingegroovt“. Auch wenn es sich so anfühlt, als könnte ich meine Saftfastenkur locker noch um 20 Tage verlängern, möchte ich morgen früh mein Fasten brechen. Ich habe, im Gegensatz zum letzten Fasten, beinah 7 Kilo verloren und möchte nicht noch weiter Gewicht verlieren. Natürlich besteht davon ein Teil aus Wasser und verlorener Muskelmasse, die ich recht schnell wiederhaben werde, dennoch fühle ich mich irgendwie von gewissen Altlasten befreit und gereinigt.

Für mich hat es sich mal wieder auf voller Linie gelohnt. Es war sicherlich nicht das letzte Mal.

Eines ist mir wieder klar geworden: Der Körper braucht nur sehr wenig Fett und Salz, um gut zu funktionieren. In den meisten Fertigprodukten und auch in vielen Rezepten befindet sich von beidem zu viel. Gerade zu viel Salz belastet unseren Körper massiv. Auch in der Roh-Veganen Küche sollte man darauf achten, Fette in Form von Ölen, Salz und auch Fruchtzucker in nicht zu hohen Mengen zu konsumieren. Es braucht in allem „das rechte Maß“, wie auch Sokrates schon verstanden hatte.

Ich stürze mich morgen früh erstmal auf die ersten kleinen Gierschblätter um die Ecke, die mich schon seit Tagen anlachen, und setze ein paar Sprossen an. Ich hoffe euch hat mein kleiner Erfahrungsbericht gefallen. Gerne kommentiert doch mit euren eigenen Erfahrungen.

 

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3 Gedanken zu „Saftfasten – Frühling 2017 – Erfahrungsbericht

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