Das Vermächtnis

Mein Vermächtnis für meine Kinder

Mein Vermächtnis für meine Kinder

Von überall schallt es her, sogar aus Ecken meines eigenen Kopfes. Die Ansprüche einer Gesellschaft an ihre nächste Generation.

Warum diese Ansprüche?

Die Antwort lautet je nach eigener Geschichte:

Mach es so wie ich, dann wirst du erfolgreich sein.

Oder mach es anders, du sollst es mal besser haben.

 

Ich höre noch ganz andere Sätze. Ansprüche von Eltern, Großeltern, Lehrern und Nachbarn:

 

Du musst viel lernen, damit du später mal was wirst.

Streng dich an, sonst bekommst du keinen guten Job.

Ohne einen guten Abschluss kommst du nicht weit.

Gehe mit sauberen und ordentlicher Kleidung aus dem Haus, was sollen denn die Leute denken?

Halte dein Zimmer sauber.

 

Dann kommen die Ansprüche aus der Werbung:

Nimm dies, dann wirst du schlanker.

Kauf das, dann wirst du glücklicher.

Gehe dorthin, da kannst du entspannen.

Sammle dies, dann hast du etwas Wertvolles.

 

Und die Ansprüche aus Nachrichten oder der Zeitung:

Krieg, Tod, Terrorismus, Verbrechen, Angst, der Weltuntergang.

Schütze dich vor Fremden, denn sie sind eine Gefahr.

Verstecke deine Schätze, denn da sind Andere die sie haben wollen.

 

Ich habe nicht das Gefühl, dass dies Sätze sind, die unseren Kinder helfen ihren Weg zu gehen.

Aber genau das ist es ja, dass wir uns für sie wünschen. Sie sollen es Gut haben, so sollen gesund und glücklich sein. Sie sollen erreichen, was sie sich wünschen.

Ich fühle mich manchmal etwas schuldig, weil ich meinen Kindern nicht sage: Lerne mehr, damit du bessere Noten bekommst. Sei immer gepflegt, damit Andere ein gutes Bild von dir haben.

Ich sage das aber nicht, weil ich nicht denke, dass diese Dinge wichtig sind. Ich sage es nur nicht, weil es in meinen Augen nicht die höchste Priorität hat. Kinder sind von Natur aus ehrgeizig. Ihr Lernwille ist unbeschreiblich. Wenn sie in ihrem Tempo und nach ihren Interessen lernen dürfen, kann aus jedem Kind ein Genie werden. Das ist wiederrum ein ganz anderes Thema um das es heute nicht gehen soll.

Natürlich ist ein gewisses Grundwissen und Anpassungsfähigkeit von Nöten um ein Teil dieser Gesellschaft zu sein, aber Perfektion in diesen Dingen bedeutet nicht Glück, nicht Erfüllung, nicht innerer Friede. Wenn ich in die Welt schaue, sehe ich etwas Anderes.

 

Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, wir schwimmen in Wohlstand.

Jeder hat hier die Möglichkeit alles zu tun, es gibt unzählige Wege ein Ziel zu erreichen. Genügend Menschen haben genau das bereits bewiesen. Meist ist das einzige Hindernis, dass uns im Weg steht wir selbst. Unser Gesundheits- und Sozialsystem ist einzigartig auf der Welt. Trotzdem hört man vorwiegend Kritik. Trotzdem herrscht Unzufriedenheit, Angst, Kummer, Traurigkeit. Stress ist das vorherrschende Symptom unserer Zeit. Nicht der gute Stress, der hilft produktiv zu sein und über sich hinauszuwachsen. Nein es ist der zermürbende Stress, die hohen Ansprüche an sich, die Gesellschaft und das eigene Leben. Das Gefühl zu ackern und doch nichts zu erreichen. Das Gefühl nicht gut genug zu sein. Hört sich eigentlich nicht nach einer glücklichen Gesellschaft an.

Schützen könnte man sich vor diesen Einflüssen nur durch Abschottung von allen Medien und Ausstieg aus der Gesellschaft. Für mich und meine Familie kommt das letztendlich nicht in Frage, aber wir versuchen die nächste Generation nicht völlig ungeschützt diesen Einflüssen auszusetzen. Wir meiden Nachrichten, Werbung und Menschen mit „Man sollte, und „die Leute“-Sprachfehler. Damit meine ich nicht, dass wir auch nur einen Deut besser sind als alle Anderen. Ich versuche Verantwortung für die Dinge zu übernehmen, die in meinen und den Kopf meiner Familie rieseln. Ich möchte nicht, dass meine Kinder schon jetzt Grenzen in ihrem Köpfen spüren, die es eigentlich gar nicht gibt.

 

Ich versuche meinen Kindern folgende Dinge mitzugeben, die ihnen hoffentlich helfen ihr eigenes Glück und Zufriedenheit zu finden.

Mir haben diese Erkenntnisse geholfen und ich versuche sie bei jeder Gelegenheit ihnen nahe zu bringen. Vielleicht stimmt der ein oder andere mit mir überein oder hat noch Änderungsideen oder Ergänzungen. Ich würde mich freuen eure Meinungen diesbezüglich zu hören.

 

 

Respekt

Respektiere alle Lebewesen. Dich eingeschlossen. Deine Familie, deine Freunde, Menschen denen du nur flüchtig begegnest. Alle Tiere und Pflanzen, das Wasser, die Luft und das Land. Es gibt kein Herrschen und kein beherrscht werden. Alles und Jeder hat ein Recht auf Leben und einen Grund, warum er in deinem Leben ist. Nichts ist da zu deinem Schaden. Alles ist ein Geschenk oder eine Chance zu wachsen. Alles ist von Gott gemacht. Gehe mit offenem Herzen durch die Welt, mache deine eigenen Erfahrungen. Respektiere Meinungen, Lebensweisen und das Verhalten anderer Menschen. Urteile nicht.

 

Empathie

Gefühle beeinflussen unser Handeln und unsere Gedanken. Jedes Gefühl hat seine Berechtigung. Ohne Gefühle wären wir nichts als leere Hüllen. Sie bedeuten Leben. Achte auf deine eigenen Gefühle, nimm sie wahr und verschütte sie nicht. Sie lassen sich sowieso nicht vergraben, sie kommen immer wieder hoch, bis sie ihre Aufgabe erfüllt haben. Doch versuche auch nicht sie festzuhalten. Sie kommen und gehen wie Wind und Wasser. Sie sind es, die dich zum Menschen machen. Achte auf die Gefühle Anderer. Hilf, wo du helfen kannst. Sei mitfühlend, wo es gebraucht wird. Verschenke Freude, so oft es geht.

 

Verbundenheit

 

Du bist ein Teil von Allem. Alles ist ein Teil von dir. Wir alle sind verbunden. Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze und jeder Tropfen Wasser bildet eine Einheit in der Schöpfung. Du brauchst diese Verbindung wie Essen oder Schlaf. Schotte dich nicht ab oder erhebe dich über Andere. Du schadest nur dir selbst. Jeder geht seinen eigenen Weg, du kannst nicht den eines Anderen gehen. Gehe in die Natur und schöpfe aus den Dingen, die sie dir geben kann. Gesundheitlich wie energetisch. Verbinde dich so oft es geht mit deiner Intuition, deiner inneren Stimme, deiner Seele. Höre aus sie und du wirst immer auf dem richtigen Weg bleiben. Dann hast du immer Zugriff auf deine Kreativität, deine Schöpferkraft und deine Freude. Vergiss nie deine Herkunft, deine Wurzeln und deine Quelle.

 

Balance

Nichts ist Schwarz oder Weiß. Nichts ist gänzlich Gut oder Schlecht. Du musst nicht die rote oder die blaue Pille nehmen. Du bist frei. Leben heißt Veränderung. Sei dir bewusst, dass du jederzeit umdrehen und eine andere Richtung einschlagen kannst. Fehler sind unverzichtbarer Teil der Reise, sie lehren dich Fähigkeiten für spätere Herausforderungen. Immer wenn du einem Teil in deinem Leben alleinige Aufmerksamkeit schenkst, verkümmern Andere. Du bist ein schillerndes Wesen aus tausend Facetten. Schenke ihnen Allen Beachtung. Alles hat seine Zeit. Alles hat mehrere Seiten. Alles hat seine Berechtigung.

 

Kraft

Du bist einzigartig. Du bist wertvoll. Du bist wunderschön. Du hast Fähigkeiten. Was du willst, kannst du erreichen. Lasse dir von Nichts und Niemanden jemals etwas Anderes einreden. Sei dir deiner Stärke bewusst und nutze sie für das Gute. Füge Anderen nicht willentlich einen Schaden zu. Missbrauche deine Macht nicht. Du bist nicht allein, die Quelle deiner Kraft ist unerschöpflich. Bitte um Hilfe, wenn du sie brauchst. Gemeinsam geht es leichter. Suche dir Verbündete. Deine Kraft wächst mit deinen Erfahrungen. Suche Energiespender und meide Energiefresser. Du bist immer stärker als du denkst.

2 Gedanken zu „Mein Vermächtnis für meine Kinder

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