Kartoffel

Die Kartoffel

Es gibt fast nichts, was ich seit frühester Kindheit so sehr in allen Formen liebe, wie die Kartoffel. Gekocht, gebraten, zerstampft, gebacken, frittiert, als Suppe, warm oder kalt. Am Besten ohne viel Schnickschnack, einfach nur Kartoffel. Es gab sie fast jeden Tag, im Sommer bei 30° als Pommes im Schwimmbad, als Beilage zu Mittagessen, als Klöße zum Weihnachtsfestessen. Es gibt kaum ein Gemüse, was uns Deutschen so lieb ist, wie die gelbe Knolle.

Dabei ist sie nicht unbedingt immer gelb. Unter den weltweilt 5000 Sorten der Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse finden sich auch rote, blaue und rosafarbene Varianten. Jährlich werden ca. 376 Millionen Tonnen geerntet. Somit ist die Kartoffel eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, Futtermittel und Industrierohstoff weltweit.

 

 

Kartoffel

 

 

Geschichte

Vor ca. 500 Jahren fand die heute kultivierte Kartoffel den Weg aus den Anden übers Meer in europäische Gärten. Zunächst nur wegen ihres Krautes als seltene Pflanze gehalten, fand sie schließlich den Weg auf unsere Teller. Ihr Alter wird auf 13.000 Jahre geschätzt und außerhalb tropischer, arktischer und subarktischer Klimazonen wird die Kartoffel heute weltweit angebaut.

Kartoffeln eignen sich als erste Sorte auf frisch umgegrabenem Land. Sie werden ca. 1 Meter hoch und sind recht anspruchslos in der Pflege. Außer von Unkraut und Schädlingen frei zu halten, ist nur die Arbeit des „Anhäufelns“ zu erledigen. Über die genaue Vorgehensweise möge sich jeder selbst informieren. Hier scheiden sich die Geister, denn jeder Kleinbauer hat für sich die beste Technik und hütet sie oft wie ein Familiengeheimnis. Nach ca. 110 Tagen ist das Wunder dann geschehen und aus einer Kartoffel wurden Viele.

Nach dem Ernten sollten sie dunkel, kühl und bei hoher Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Dann halten sie sogar mehrere Monate.Wer nicht so viel Platz hat, kann die Kartoffel auf bequem auf dem Balkon im Kübel oder in speziellen Pflanzsäcken anbauen. Eine Knolle pro Gefäß bringt dabei den besten Ertrag.

 

 

Nun zu einem wichtigen Thema: Das Solanin

Oma sagt immer: „Das grüne isst man nicht“. In jedem Teil der Kartoffelpflanze, aber besonders in den grünen Teilen und der Schale befindet sich das Alkaloid Solanin. In großen Mengen verzehrt verursacht es Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen. Der Solaningehalt von älteren Kartoffelsorten war wesentlich höher als heute. Heute weisen die Kartoffelsorten einen Solaningehalt von 3-7mg/100g auf. Erste Vergiftungserscheinungen zeigen sich erfahrungsgemäß ab einer Menge von 200mg Solanin. Man müsste also ca. drei bis sieben Kilogramm rohe, ungeschälte Kartoffeln essen um erste Anzeichen einer Vergiftung zu spüren. Merke! Auf den grünen Teil der leckeren Knolle besser verzichten, aber bitte keine Sorge, wenn das Kind mal eine Vorliebe für rohe Kartoffeln zeigt.

Gesund sind sie natürlich auch, die Erdäpfel. Neben einem geringen Kaloriengehalt von ca. 70kcal auf 100g bestehen sie neben Wasser fast ausschließlich aus Stärke. Dieses Polysaccharid wird von unserem Körper langsam aufgenommen, macht uns lange satt und lässt den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe schnellen wie einfache Zucker. Sie enthält viele Nährstoffe, allen voran Kalium und so gut wie kein Fett.

 

 

 

 

Zubereitung

Beim Zubereiten sollte auf eine schonende Verarbeitung geachtet werden. Am Besten sollte die Kartoffel mit Schale gekocht werden, damit nicht so viele Nährstoffe ins Kochwasser übergehen. Wichtig ist, sie mit wenig Fett zuzubereiten und eher auf Pommes und andere verarbeitete Varianten zu verzichten, um ihren gesundheitsfördernden Effekt bestmöglich zu nutzen.

Natürlich ist die eigene Ernte die Beste. Gekauft sollte auf Bio-Qualität geachtet werden, da konventionell hergestellte Knollen mit Keimhemmungsmitteln wie Chlorpropham und Fungiziden behandelt werden. In der EG-Öko-Verordnung sind diese Sachen nicht erlaubt.

 

 

Kartoffel als Heilmittel

Es gibt viele überlieferte Anwendungsmöglichkeiten der Kartoffel als Heilmittel. Eine Suppe aus den Schalen soll angeblich Arthrose- und Gichtbeschwerden lindern und gegen Nierensteine wirken.

Bekannt jedoch ist der „Kartoffelwickel“. Bei Hals- oder Ohrschmerzen werden gekochte Kartoffeln in einem Geschirrhandtuch zerdrückt und nach kurzem Abkühlen auf die betreffende Stelle gelegt. Der Wickel spendet so kontinuierlich wohltuende Wärme und regt so das Immunsystem an.

 

 

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffel

https://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/gemuese/kartoffel-eigenschaften-und-inhaltsstoffe

https://www.apotheken-umschau.de/Kartoffel

https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/gemuese/kartoffeln-5381

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