Emotionales Essen

Emotionales Essen – Mehr als nur Nahrungsaufnahme

Stressabbau, Belohnung, Gesellschaft. = Emotionales Essen.

In diesen Situationen essen wir oft nicht aus Hunger, sondern aus Gewohnheit und das meist zu viel, zu ungesund und absolut entgegen unserer wirklichen Bedürfnisse.

Eine der schwersten Hürden zu einem gesunden Verhältnis zu Nahrung, ist das Lösen dieser Verbindungen.

Was bedeutet emotionales Essen?

Stress = Essen, Belohnung = Essen, Gesellschaft = Essen.

Wer kennt es nicht? An einem stressigen Arbeitstag wandert die Hand zur Keksschale, ganz automatisch und völlig unbewusst. Während man so vor sich hinarbeitet, regt sich ein Grummeln im Bauch. Die Lust auf Süßes ist plötzlich da und weil Mann/Frau ja im Stress ist, wird sie mit schnellen, ungesunden, meist zuckerhaltigen Lebensmitteln gestillt. Das Suchtzentrum im Gehirn springt an und aus einem kleinen Keks sind plötzlich eine Handvoll oder gar die ganze Tüte geworden. Ohne darauf zu achten, sind massenweise Kalorien, weißer Zucker, einfache Kohlehydrate in unseren Bäuchen verschwunden und belasten unseren Organismus.

Ein anderer Zeitpunkt, aber dasselbe Prinzip ist die Chipstüte oder die Süßigkeiten abends vor dem Fernseher. Spannende Filme, aufregende Szenen, aufwühlende Momente verleiten uns zum Essen, ohne dass wir Hunger hätten. Sie versetzen unser Gehirn ähnlich in Stress, wie reale Situationen und um diesen psychischen Stress abzubauen, fangen wir an zu Futtern wie die Scheunendrescher.

Diese Verknüpfung müssen wir lösen, um wieder ein natürliches Verhältnis zu Nahrung aufzubauen.

Wenn wir Essen, sollten wir das bewusst tun. Wir sollten uns Zeit nehmen für die Zubereitung, das Wahrnehmen der Gerüche, die Konsistenz der Speisen in unserem Mund, den Geschmack, das genüssliche Kauen und einspeicheln der Nahrung, damit unser Körper diese bestmöglich verarbeiten und für sich nutzen kann.

Essen wir bewusst, nur dann wenn wir Hunger haben und das, was und wieviel unser Körper verlangt.

Die nächste schwierige Situation ist unsere Angewohnheit uns mit Essen zu belohnen. Das Stück Schokolade ist wohl die berühmteste Nahrungsmittelbelohnung, die beinahe jeder kennt. Immer mit dem Gefühl verbunden: „Jetzt kannst du dir ruhig mal was gönnen“, zerstört es unser natürliches Bedürfnis nach Nahrung.

Eins steht fest; Wir sind süchtig nach Zucker, wissen aber ganz genau, dass er nicht gut für uns ist.

Wir müssen andere Wege finden uns zu belohnen. Abgekoppelt von Zucker, Alkohol, Zigaretten usw. Sie machen uns krank und nur kurzzeitig glücklich. Sofort umsetzbare Alternativen sind zum Beispiel ein kurzer Spaziergang in der Sonne, ein paar Seiten lesen, ein nettes Gespräch, ein kurzes Nickerchen, das Zelebrieren einer guten Tasse Tee, ein Moment der Ruhe.

Jeder muss für sich selbst herausfinden, womit er sich belohnen kann.

Etwas, dass ihm dabei und danach noch einen Mehrwert gibt, weiterbringt und glücklich macht. Zucker oder Fastfood geben einen kurzen Kick im Belohnungssystem des Gehirns, der nur sehr kurz anhält und einzig und allein negative Konsequenzen hat.

Die wohl schwierigste Situation ist das Essen in geselliger Runde. Das Glas Wein mit Freunden, die Pizza mit den Kollegen oder das Festessen an Feiertagen mit der Familie. Man sitzt nett zusammen, die Stimmung ist gut und ohne Hunger oder Durst isst und trinkt man lustig vor sich her. Wer hat sich dabei nicht schon mal den Bauch zu voll geschlagen oder zu tief ins Glas geschaut? Nichts spricht gegen gemeinsames Essen oder einen gemütlichen Abend, aber dennoch sollte man sich bewusst machen, dass diese Art von Nahrungsaufnahme weder dafür da ist unseren Hunger zu stillen, noch uns im eigentlichen Sinne zu nähren. Sitzen wir zusammen um des Essens und Trinkens willen? Oder geht es um das Zusammensein, das Nahe sein, um gute Gespräche? Ein kleiner Denkanstoß.

Wer nun darunter leidet, ein paar Kilos zu viel auf den Rippen zu haben und in seinem Alltag eigentlich alles tut, um sich bewusst und gesund zu ernähren, sollte sich in diesen beschriebenen Situationen einmal kritisch selbst betrachten. Vielleicht fällt einem dabei auf, dass die eine oder andere Handvoll Knabberei oder das ein oder andere Gläschen weder einen Zugewinn an Genuss war, noch nötig.

Leichter gesagt, als getan.

Wie schwierig es ist auf die kleinen Süchte des Lebens zu verzichten, weiß jeder nur zu gut. Wichtig ist die Bewusstmachung unseres Handelns um eine Möglichkeit zur Veränderung zu haben. Wenn wir antrainierte, schlechte Gewohnheiten in den Fokus rücken, haben wir den ersten Schritt getan.

Eine von vielen Möglichkeiten ist, eine kleine Fastenzeit einzulegen.

 

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2 Gedanken zu „Emotionales Essen – Mehr als nur Nahrungsaufnahme

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